Eine Parade in Donezk empört die westliche “Wertegemeinschaft”

Die “westliche Wertegemeinschaft” ist ein hierzulande so oft beschworener, wie verlogener Propagandaslogan, dessen wahrer Charakter sich nicht erst seit Abu Ghreib, Guantanamo, Kunduz oder durch Edward Snowdens Enthüllungen offenbart hat. Die “westliche Wertegemeinschaft” zeigte ihre hässliche Fratze schon in My Lai, Ohio, Paris, Derry, Berlin, Dessau, Stuttgart oder aktuell in Ferguson.

Die Offensichtlichkeit der unzähligen Beispiele, die die selbsternannte Wertegemeinschaft als hohle Propagandaphrase entlarven, hat in den letzten Jahren zu hysterischen Auswüchsen in den transatlantisch gesteuerten Medien geführt, die sich nunmehr geradezu gezwungen sahen, Homosexuelle an ihr verlogenes Herz zu drücken, um einen buchstäblich an den Haaren herbeigezogenen Werteunterschied zu den vermeintlich homophoberen osteuropäischen Ländern zu konstruieren.

Höhepunkt der Peinlichkeit war die plakative und in den Medien weidlich ausgeschlachtete Entsendung lesbischer Ex-Sportlerinnen durch die USA zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spielen in Sotschi, was Russland gelassen und augenzwinkernd mit Musik des pseudo-lesbischen Duos t.A.T.u (deren Kuss auf offener Bühne vom ZDF noch vor 10 Jahren zensiert wurde) während der Eröffnungsfeier konterte – was wiederum von der westlichen Propaganda weitgehend totgeschwiegen wurde. Man könnte fast den Eindruck bekommen, die bis vor gar nicht langer Zeit auch im Westen mehrheitlich massiv abgelehnten alternativen sexuellen Präferenzen seinen nur deshalb salonfähig geworden, um überhaupt einen Unterschied zum Rest der Welt behaupten zu können.

Die ganze Verlogenheit der selbsternannten “Wertegemeinschaft”, deren gemeinsamer Nenner bestenfalls der Dollar ist, kam aktuell aus Anlass einer Parade in Donezk zum Vorschein. Unmenschlich und verboten sei es, Gefangene derartig vorzuführen, krakeelte die gleichgeschaltete Presse. Das ist zwar richtig, offenbarte aber auch schon im nächsten Moment die ganze moralische Verkommenheit der westlichen Propaganda, als der Beschuss und die Bombardierung genau dieser aufmüpfigen Bevölkerung, wieder einmal wie das Normalste und sogar Notwendigste der Welt dargestellt wurde.

Es ist aus Sicht dieser Lohnschreiber offenbar nicht unmenschlich, nicht verboten und auch moralisch nicht zu verurteilen, wenn Kiew seine Souveränität und die “Einheit” des Landes durch Mord an Tausenden, Verletzung von Zehntausenden und Vertreibung von Hundertausenden durchsetzt. Von den Traumatisierungen und Zerstörungen gar nicht zu sprechen. All das ist aus westlicher Sicht menschlich und moralisch einwandfrei und genau deshalb zeigt sich auch exakt hier, was die westliche Wertegemeinschaft tatsächlich ausmacht: Doppelmoral, Verlogenheit, Profit geht vor Menschlichkeit.

Donezk_24.8.14_1Es ist eigentlich nur eine Randnotiz, aber gehört zur Vollständigkeit einer Analyse der gleichgeschalteten Schmierenpropaganda, dass die von den Separatisten inszenierte Parade ganz gezielt an ein Spektakel erinnerte, das am 17.7.1944 in Moskau stattfand. Damals waren es deutsche Nazi-Faschisten, die geleitet von Bajonetten durch die Stadt marschieren mussten. Und es waren sowjetische Sprenglastwagen, die anschließend die Straße abspritzten.

moskau_17.7.44Dass die Separatisten ganz bewusst dieses Bild wählten, um der Militärparade in Kiew ein passendes Pendant entgegenzustellen, wurde in den gleichgeschalteten Medien weitestgehend totgeschwiegen. Ob aus dümmlicher Geschichtsvergessenheit oder aus Scham, weil der eine oder andere Vater oder Opa deutscher “Journalisten” schon in Moskau mitmarschieren musste, sei dahingestellt.

Auch in den Staatsmedien ARD und ZDF ist die unsägliche Doppelmoral und Verlogenheit allgegenwärtig.

zdf_24.8.14In der 19.00 Uhr heute-Sendung (ab 1:40 min) empört sich Roland Strumpf über die Parade: “Eine unmenschliche Zurschaustellung und Erniedrigung.” Im direkt folgenden Satz berichtet Strumpf lapidar: “Donezk und Lugansk stehen unter Granatfeuer. Am Tag der Unabhängigkeit sind die Kämpfe noch härter als sonst. Ein Krankenhaus wird getroffen. Die Patienten notdürftig im Keller untergebracht.”

Wer erwartet, Strumpf würde diejenigen, die diese Stadt und dieses Krankenhaus bombardieren, auch nur beim Namen nennen, geschweige denn moralisch verurteilen, der sah sich getäuscht. Städte zu bombardieren ist beim Staatsfunk immer dann vollkommen in Ordnung, wenn es in westlichem Interesse geschieht. Die Täter vorzuführen ist dagegen unmenschlich.


Quelle und weiterlesen: http://www.propagandaschau.de

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