Infantiler “Revolutions”-Journalismus in der ZEIT

Zeit_Dobbert_UkraineIn der ZEIT gibt Sportreporter Dobbert seinen linientreuen Senf über die Ukraine-Wahl zum Besten: naiv, oberflächlich und stereotyp. Wie alle transatlantischen Propagandisten verbreitet er das Märchen von der “Revolution” für Demokratie und Freiheit, die angeblich in der Ukraine stattgefunden haben soll. Schon das zur Illustration verwendete Bild offenbart die kindlich-naive politische Gedankenwelt des Autors. Wer kann so einen Schmarrn noch lesen ohne sich intellektuell beleidigt zu fühlen? Die meisten Kommentare unter dem Artikel sind entsprechend negativ und PS-Leser voland45 hat sich die Mühe gemacht, den Artikel ausführlicher zu sezieren, weshalb wir seinen Kommentar hier komplett wiedergeben:

ZEIT Online feuert weiterhin aus allen Rohren: vor der Wahl hat man zunächst die radikal-nazistischen Kräfte verharmlost, denn die Wahl am Sonntag ließ befürchten, dass diese viele Stimmen erhalten werden und dementsprechend musste man vorbeugen: “sind ja gar keine Nazis, keine Faschisten! Habt ihr denn unsere Artikel nicht gelesen?”

Nun, nach der Wahl, mit einem Ergebnis, das mehr oder weniger erwartet worden war, wird uns dieses Resultat natürlich als Erfolg verkauft, als Sieg der Demokratie über eine frühere Diktatur, als trotzende Mahnung an den imperialistischen Putin, als eine klare Annäherung an Europa, an den Westen, und infolge dessen als Triumph der Freiheit, der Menschenrechte, des Guten an sich.

Als Spezialist hinsichtlich anti-russischer, und möglichst faktenfreier Polemik gab sich in diesem Jahr Steffen Dobbert zu erkennen. Ursprünglich eher im Sport-Ressort verortet, hat man ihn in jüngster Zeit zur Schwarz-Weiß-Malerei in die Ukraine abkommandiert. Und er geht dieser Aufgabe mit einem solch jugendlichen, einem derart kindlich-naiven Eifer an, dass er selbst seinen propagandistisch geschulten, transatlantisch geeichten Auftraggebern so manche Träne der Rührung abgerungen haben dürfte.

Sein neuestes Machwerk:

Ukraine-Wahl:

So jung, so wild, so viel Revolution

 

Um heutzutage in den Leitmedien angestellt und regelmäßig bezahlt zu werden, bedarf es einer grundlegenden Kompromisslosigkeit: nicht mit dem Gewissen hadern, nicht den ethischen Leitlinien eines journalistischen Ideals folgen, jedwedes Ereignis so umdeuten und umschreiben zu können, dass daraus eine Erzählung entsteht, die sich mühelos in eine Erzählsammlung einordnen lässt, deren Ausrichtung von der transatlantisch gesinnten Redaktion vorgegeben wird. In diesem Sinne leistet ein Herr Dobbert seit Monaten ausgezeichnete Arbeit: seine Erzählungen aus der Ukraine lassen sich wunderbar in dem Erzählband – “Putin – das Jahr, als sich der Antichrist zu erkennen gab” – einordnen.

Es sind kurzweilige Märchen, die eine “Moral aus der Geschicht’ ” verkaufen sollen, die sich aus den Taten und Ereignissen selbst nicht unbedingt ergibt. Märchen, die mit groben Strichen noch gröbere Gleichnisse entwerfen, und zugunsten des Lesevergnügens auf umfassende Recherche, widersprüchliche Fakten und eine konsequente Logik verzichten. Es sind Märchen, die sich an einen idealtypischen Leser richten, der in seiner vom Autor zugedachten Naivität und Unwissenheit gewisse Ähnlichkeiten mit einem Idioten aufweist.

Nun endlich zum Artikel! Beachtenswert zum Einstieg, wie übrigens immer, die Auswahl der Bebilderung des Artikels. Man beachte, in welchen martialischen Posen, mit welch spitzbübischem oder wütendem Blick für gewöhnlich Putin abgebildet wird – natürlich kein Zufall. Hier nun, im Artikel zur herrlich demokratischen Parlamentswahl in der Ukraine, natürlich, ein süßes Kind, umgeben von ukr. Fahnen, ein süßes blau/gelbes Bild mit einem Herzen in der Mitte in die Höhe streckend.

“Als vor einigen Wochen die Ice Bucket Challenge startete, änderten Ukrainer kurz entschlossen die Spielregeln: Statt sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu kippen und sich dabei zu filmen, warfen sie korrupte Politiker vor laufender Kamera in Mülleimer. Aus der Internetkampagne zugunsten der ALS-Forschung wurde die Trash Bucket Challenge.”

Ja, nur traf dieser neu ersonnene Volkssport überwiegend jene unerwünschten Kräfte der Opposition, deren alleinige Präsenz unerwünscht ist, deren Zielsetzungen und Ansichten seit Monaten boykottiert werden, deren Politiker selbst inklusive Angehöriger drangsaliert werden. Kurzum: jene, die sich im Frühjahr an die Macht geputscht haben, greifen Oppositionelle mitunter persönlich an. Es sind dann auch nicht “die Ukrainer”, die zu solchen Maßnahmen gegen Politiker greifen, sondern u.a. Angehörige des rechten Sektors. Das einfache Volk sieht diesem Treiben zu, weil sich niemand gerne gewaltbereiten Angreifern entgegen stellt, wenn infolge dessen das eigene Wohl bedroht sein könnte. Ebenso untätig die Polizisten: statt die öffentliche Ordnung zu wahren und Recht umzusetzen, lassen sie die Schlägerbanden gewähren. Diesen ganzen Akt des in-die-Mülltonne-Werfens, der ja selbst nur ein Ausschnitt zahlreicher repressiver Maßnahmen der neuen Kiewer Führung ist, derart zu verharmlosen oder die Motive derart zu entfremden, sollte jedem Journalisten die Schamesröte ins Gesicht treiben. Aber vielleicht hilft es bei einem derart gewissenlosen Auftragsschreiber wie Steffen Dobbert nur noch, wenn er selbst einmal diese demütigende, bedrohliche Erfahrung machen müsste, von einem aggressiven Mob, ohne Möglichkeit auf Gegenwehr, in einer Mülltonne wie menschlicher Abfall versenkt zu werden. Kurzum: Pfui! Pfui, nach nur wenigen Zeilen dieses Artikels.

“Schon allein die Tatsache, dass es nach dem neuen Präsidenten Petro Poroschenko nun auch ein frei und weitgehend fair gewähltes neues Parlament gibt, ist bemerkenswert.”

Warum denn bemerkenswert? Hat man dies der Ukraine nicht zugetraut, bzw. geargwöhnt, die Regierenden wären hierzu nicht imstande gewesen? Bemerkenswerter, und das in allen Medien heute: das Eingeständnis unserer Medien, dass es bei der Wahl offensichtlich Verstöße und Beeinflussungen gab, die hierzulande zwar erwähnt, nicht aber weiter thematisiert werden. Sind eben nur “Kleinigkeiten”, denn das erzielte Ergebnis entspricht ja ganz den eigenen Vorstellungen, und für unsere Wertegemeinschaft zählt scheinbar nur das. Leider gibt es in diesem Sinne keine Abstufungen, entweder war die Wahl fair oder sie war es nicht. Man stelle sich nur vor, welches Geschrei der Westen wieder angestimmt hätte, wenn ähnliche Vorfälle bei russischen Wahlen bekannt geworden wären. Hier nun aber werden solche Vorkommnisse zu Randnotizen verklärt. Erinnert werden muss auch an die so skandalösen, durchsichtigen Urnen, die beim Krim-Referendum Verwendung fanden; dann ebenfalls bei der Wahl des neuen ukr. Präsidenten und nun auch bei der Wahl des ukr. Parlaments. In den beiden letzten Fällen gab es hinsichtlich der Durchsichtigkeit jedoch keinerlei Beanstandungen.

“Was hat dieses Land alles hinter sich: Vor zwei Jahren steuerte es noch direkt in eine Autokratie. Bei der Parlamentswahl 2012 kaufte sich die Regierung von Viktor Janukowitsch ganz offen Stimmen, die Korruption wuchs ähnlich stark wie die Bürgerrechte schwanden.”

Ja, und in all den Jahren vor 2012 geschah nichts anders, auch dort wurde manipuliert, das Wahlsystem korrumpiert. Janukowitsch war nur ein Symptom, nicht Ursache einer zutiefst korrupten politischen Kaste. Allein, er war nach Aufschub des EU-Assoziierungsabkommens ein für den Westen unerwünschter Führer seines Landes. Hätte er das Abkommen unterschrieben, es gäbe heute nicht jene Hetzschriften gegen ihn, nicht die Verunglimpfungen “Diktator” und Schlimmeres. Aber Konsequenz war in dieser Hinsicht noch nie eine Stärke des Westens: befürwortet und geduldet wird, was unseren eigenen Interessen nützlich ist.

“Danach annektierte Russland die Krim und entfachte im Osten des Landes einen Krieg, dem bis heute jeden Tag Menschen zum Opfer fallen. Doch trotz oder vielleicht gerade wegen des andauernden russischen Versuchs, das Land zu destabilisieren, geschieht das Gegenteil.”

Auch hier wie üblich: Annexion, nicht Sezession, entgegen der von namhaften Völkerrechtlern geäußerten Einschätzungen. Auch hier eine nachträgliche Verwirrung der Chronologie, die Umkehr von Ursache und Wirkung. Der Sezession der Krim ging ein gewaltsamer, verfassungswidriger Putsch der zuvor demokratisch gewählten Regierung unter Janukowitsch voraus; es folgten Aggressionen und Drohungen gegenüber der Krim und deren überwiegend russischer Bevölkerung; erst hierauf hin schritt Putin ein – und das folgende Referendum war, auch wenn man uns permanent etwas anderes eintrichtern möchte, Ergebnis des Wunsches der ansässigen Bevölkerung, die nicht unter Androhung sondern aus freien Stücken die Entscheidung zur Angliederung an die russische Föderation traf. Und auch Putins angeblich permanente Destabilisierungs-Absichten hinsichtlich der Ukraine werden zwar stets behauptet, sind bis heute aber nicht bewiesen. Die Separatisten wünschen sich ein eindeutiges Engagement von Russland im Osten der Ukraine, aber gerade hier agiert Putin viel zurückhaltender und neutraler, als es ihm unsere Medien zugestehen wollen. Wenn es die Absicht Putins wäre, zu destabilisieren und den Osten der Ukraine unter seine Kontrolle zu bringen, würden wir heute hierüber nicht mehr mutmaßen, es wäre längst ein Faktum.

“Die Idee der Revolution wird so Realität, Stück für Stück. Der unbändige Mitbestimmungswille der Ukrainer raubt einem als Zuschauer den Atem. Während man in Deutschland an das 25-jährige Jubiläum des Mauerfalls erinnert, zeigen die Ukrainer in der Gegenwart, wie ein Volk seinen Staat von Autokratie auf Demokratie umkrempelt, ohne große Hilfe von außen. ”

Hier nun, nach nur wenigen Zeilen schon, erleben wir einen Autor, der so ergriffen ist vom eigenen Pathos, so überzeugt von der eigenen dargestellten Wahrheit, dass er endgültig in jene wahnhafte Satire abdriftet, die sich als solche nicht zu erkennen geben will, und folglich nur zu Beginn komisch ist, denn bald muss der Leser erkennen, dass all das tatsächlich ernst gemeint ist.

Der “unbändige” Mitbestimmungswille der Bevölkerung führte zu einer ähnlich niedrigen Wahlbeteiligung wie hier in Deutschland. Und hierzulande ist sie Ausdruck der zunehmenden Politikverdrossenheit, der Ohnmacht vor einem System, an dessen Ausrichtung man schon lange nicht mehr mit zu bestimmen hat. Bei den Ukrainern hingegen muss eine solch niedrige Wahlbeteiligung noch kritischer eingeordnet werden, denn hier geht es um eine Schicksalsfrage hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung des eigenen Landes; hier ist es der vorläufige Höhepunkt der einst angestoßenen Protestbewegung auf dem Maidan.

“ohne große Hilfe von außen” – Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, eine solch sinnlose Äußerung, eine solch unbegreifliche Lüge noch zu kommentieren. Nahezu alles an dem Ukraine-Konflikt unterliegt äußerlichen Einflüssen. Vom Sturz Janukowitschs bis hin zu gestrigen Parlaments-Wahl und darüber hinaus.

“Dieses junge Land, das es erst seit 23 Jahren als eigenständigen Staat gibt, behauptet und erneuert sich. Es lässt sich nicht zum Spielball machen – von niemandem.”

Es ist die Tragik der ukrainischen Nation, dass sie stets Spielball fremder Interessen war, dass externe geopolitische Herrschaftsansprüche auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen werden. Etwas anderes zu behaupten, ja nur anzudeuten, zeugt nicht nur vom weltpolitischen Unwissen oder dem Unwillen zur differenzierten Betrachtung; es ist schlicht wahrheitswidrig und eine vorsätzliche Täuschung der Leserschaft. Noch wohlwollend muss man Dobbert spätestens jetzt als das benennen, was er ist: ein Märchenonkel.

“Natürlich lauern in diesem rasanten Prozess auch Gefahren. Dazu gehören die Oligarchen, die nach wie vor großen Einfluss besitzen.”

Nicht “nach wie vor”. Die Oligarchen besitzen größere Macht denn je zuvor, haben das Land komplett unter sich aufgeteilt. Sind nicht zuletzt in Person von Poroschenko selbst aktiver Teil der Regierung. Sie kontrollieren auch die Medien und folglich die öffentliche Meinungsbildung zu fast 100%. Sie stellen eigene Bataillone auf, mit denen sie nach Gutdünken Krieg gegen die eigene Bevölkerung führen. Und nachdem sie zuvor jahrelang die eigene Bevölkerung geschröpft haben, vereinnahmen sie nun die Steuergelder der europäischen Union, z.B. zur Zahlung der ausstehenden Gasrechnungen an Russland. Die europäische Union wird und muss schon allein deswegen finanziell eingreifen, weil sonst vielen ukrainischen Bürgern in den nächsten Monaten Kälte- und Hungertod drohen würde. Von den Oligarchen, von denen sie zuvor geschröpft worden sind, dürfen sie in diesem Zusammenhang keinerlei Hilfe erwarten.

“Der bisherige Übergangs- und wohl auch neue Ministerpräsident Arseni Jazenjuk holte mit seiner Volksfront fast ebenso viele Stimmen wie Poroschenkos Partei, mit der er koalieren will. Jazenjuk ist im Vergleich zum Präsidenten entschlossener und weit weniger kompromissbereit. So hat er dessen Friedensvereinbarung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin deutlich kritisiert.”

Ja, mit derart ungelenken Euphemismen kann man den naiven Leser vielleicht über die Ansichten eines Jazenjuk hinweg täuschen. Aber es passt zum Konzept unserer Medien: der ausgemachte Feind wird dämonisiert; der ausgemachte Freund wird verherrlicht oder wie in diesem Fall zumindest verharmlost. In den letzten Tagen erschienen hierzu in der ZEIT auch einige beschämende Artikel einer gewissen Frau Bota. Man muss ungläubig zur Kenntnis nehmen: die Fähigkeit, radikal-nationalistische, teils faschistische Personen und Gruppierungen zu verharmlosen, scheint für die Ukraine-Russland-Berichterstattung in der ZEIT eine Kernkompetenz zu sein.

“Der Bürgermeister des westukrainischen Lembergs hielt sich im Wahlkampf allerdings eher im Hintergrund und stellte stattdessen ein Team aus jungen Frauen und Männern nach vorne, von denen viele in der Maidan-Bewegung aktiv waren. Samopomytsch bekam doppelt so viele Stimmen wie erwartet. Das spricht dafür, dass hier nicht die Revolution ihre Kinder frisst, sondern dass die ihre Revolution in reale Politik verwandeln wollen.”

Ja, da werden viele Transatlantiker aufgeatmet haben, denn dieser Erfolg kann und wird gerne ins eigene Narrativ der erfolgreichen, westlich-freiheitlichen Demokratisierung der Ukraine eingebunden. Nicht erwähnt wird, dass sich Samopomytsch mitsamt seiner Unterstützer in der Opposition wiederfinden wird, und dort ähnlich viel ausrichten wird, wie Linke und die Grünen hierzulande. Die Zivilbewegung war ein gern in Anspruch genommener Steigbügel für den Regierungssturz, spielt aber in der zukünftigen Entscheidungsfindung keine Rolle. Bereits vor der Wahl stand praktisch fest, dass die Übergangsregierung auch die zukünftige sein würde. Lediglich die Machtverhältnisse innerhalb dieses Bündnisses werden nun neu sortiert. Und auch hier versäumt es Dobbert, richtig zu analysieren, dass Jazenjuks Volksfront gegenüber Poroschenko massiv an Macht gewonnen hat, und diese zukünftig verstärkt umsetzen wird. Der militärisch-aggressive Kurs gegenüber den Separatisten dürfte sich noch weiter verschärfen, die Kriegsrhetorik gegenüber Russland noch gröber ausfallen. Was für die Transatlantiker im Stellvertreterkrieg um die Ukraine als Fortschritt betrachtet werden dürfte, entpuppt sich für neutralere Beobachter als weiterer Rückschritt.

“Für Vertreter der alten Politik blieb da nur wenig Platz. Die Nachfolgepartei von Janukowitschs Partei der Regionen, beim letzten Mal noch stärkste Kraft, schaffte es nur knapp ins Parlament. Nicht mehr vertreten sind dort erstmals die Kommunisten.”

Woran mag das liegen, Herr Dobbert, und warum berichten sie nicht über die Hintergründe? Da Millionen Menschen im Osten der Ukraine nicht an dieser Wahl teilgenommen haben, schneidet auch Janukowitschs Partei entsprechend schlecht ab. Die Anhänger früherer Jahre erfuhren keine plötzliche Sinneswandlung. Als in starkem Maße Betroffene eines Bürgerkriegs waren sie entweder unfähig zur Teilnahme, oder nicht willens. Das wiederum ist denen, die in Kiew an der Macht sind, natürlich sehr genehm. Es sind ausschließlich die sogenannten pro-europäischen Parteien, die von der überwiegenden Nicht-Teilnahme der Bevölkerung im Osten der Ukraine profitiert haben. Und die Kommunisten? Nun, die wurden auf “beispielhafte” Art und Weise aus dem politischen Parteien-Spektrum entsorgt; monatelange Repressalien, körperliche Gewalt, Drohungen und Verbotsverfahren haben ihre Wirkung gezeitigt.

“Der Anteil nationalistischer Parteien bleibt im Parlament geringer als in vielen anderen europäischen Staaten.”

Ja, wenn man sich als Autor und als Zeitung konsequent verweigert, Parteien und Politiker als das einzustufen was sie sind, nämlich rechtsradikal bzw. nazistsch, dann, und auch nur dann, kann man zu einem Urteil wie Steffen Dobbert gelangen. Hierzulande polemisiert man z.B. geschlossen und unermüdlich gegen die AfD, verunglimpft sie als rechtspopulistisch, stellt sie in eine Ecke mit der NPD. Vor den Entwicklungen in der Ukraine hingegen, der nationalistischen Radikalisierung, verschließt man konsequent die Augen. Es gibt viele seriöse Abhandlungen zu den jüngeren Umwandlungen, manche renommierte Wissenschaftler sehen die Ukraine auf bestem Wege hin zu einem faschistischen Staat.

Man wünscht sich, dies wäre tatsächlich nur russische Propaganda, die man lächelnd als solche abtun könnte, wie wunderbar bequem wäre das! Nur deutet vieles in die entgegen gesetzte Richtung; und mögliche weitere historische Konsequenzen hieraus wären fatal. Eine gründliche, unvoreingenommene Auseinandersetzung hierzu in unseren Medien wäre folglich wünschenswert, hier und heute, und nicht erst zu einem Zeitpunkt, an dem nur noch das rückwirkende Eingeständnis eigener Versäumnisse möglich sein wird.

Nur ist leider nicht ersichtlich, dass sich am transatlantischen, linientreuen Kurs unserer gleichgeschalteten Medien allzu bald etwas ändern wird. Uns allen werden tagein, tagaus Märchen aufgetischt; berichtet wird nur noch, was dem eigenen ideologischen Narrativ entspricht.


Quelle und weiterlesen: http://www.propagandaschau.de

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