Ist Olaf Sundermeyer tatsächlich nur “Journalist”?

Es ist schon mehr als ungewöhnlich, was Olaf Sundermeyer nach seinem Kurzauftritt bei RT-Deutsch so alles erfahren haben will. Das, was er jetzt in den Medien (FAZ, RBB) von sich gibt, hat ganz offensichtlich nichts mit seinem Auftritt bei RT zu tun.

Sundermeyer im RBB: “Den Eindruck den ich dort gewonnen habe, der hat leider das bestätigt, was ich an Vorahnung hatte, dass es ausschließliche Propaganda ist, die dort gemacht wird.”

Sundermeyer_RBBHerr Sundermeyer war vielleicht 1-2 Stunden, vielleicht etwas länger im Sender. Was kann er gesehen haben, das einen seriösen Journalisten zu der Erkenntnis bringen würde, “da wird ausschließlich Propaganda gemacht”? War er in Redaktionskonferenzen, wo Chef Rodionov die Redakteure auf Linie getrimmt hat? Lagen Wording-Bücher in kyrillischer Schrift auf den Tischen? Gab es eine Standleitung in den Kreml? Und warum kommt der tatsächlich unabhängige Journalist Mathias Broeckers zu einer ganz anderen Einschätzung und macht sich über die Anti-RT-Trollerei der transatlantischen Medien so herrlich lustig?

Was Sundermeyer hier vorgaukelt, er sei der aufgeschlossene Journalist, der zwar Vorbehalte hatte, aber dennoch mal gucken wollte, wie es bei RT so ist, stimmt hinten und vorne nicht. Es ist nicht schlüssig, sondern eine erfundene Geschichte, die er sich schon ausgedacht hat, bevor er RT überhaupt besucht hat. Sundermeyer ist allem Anschein nach schon mit genau diesem Vorsatz überhaupt zum Interview gegangen: nachher eine reißerische Geschichte angeblicher Propaganda aufzutischen. Sundermeyers klaffendes Problem ist, dass er dafür nicht den geringsten Beleg liefern kann.

Jetzt tingelt er durch die transatlantischen Medien und erzählt überall mit den gleichen Floskeln die gleiche krude Geschichte:

Olaf Sundermeyer: Wir haben ja in Deutschland in den vergangenen Wochen eine Bewegung erlebt die sich Hooligans gegen Salafisten nennt, das heisst eine Eskalation von Gewalt durch gewaltgeneigten, rechts motivierten Fussball Fans. Darüber, sagte man mir, wolle die Redaktion RT Deutsch, also Russia Today Deutsch, mit mir sprechen, über Rechtsextremismus im Fussball insgesamt, ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich dieser Einladung folge, weil ich natürlich auch die kritische Auseinandersetzung mit RT Deutsch mitbekommen habe und nachdem ich dann mit einigen Kollegen Rücksprache gehalten habe, habe ich mir überlegt: Gut, du bist Reporter, Reporter müssen immer dorthin gehen und sich die Dinge ganz genau ins eigene Angesicht nehmen und das habe ich dann einfach getan. (LINK zum Transkript eines Interviews mit dem SRF, Audio)

Peter Voegeli: Und was ist ihre Bilanz?

Olaf Sundermeyer: Die Bilanz ist, dass RT Deutsch mit Journalismus überhaupt nichts zu tun hat, das ist reinste Kreml-Propaganda, der es dazu geht, einer alten Geheimdienstregel folgend, Vladimir Putin ist ja ein ehemaliger KGB-Agent, der jahrelang in der DDR gearbeitet hat und mit ihm auch viele ehemalige Geheimdienstagenten im Kreml, Gesellschaften in Ländern zu spalten, indem man sich selbst in einen Antagonismus verstrickt sieht, und Russland sieht sich nicht nur in einem Antagonismus mit den Vereinigten Staaten, sondern auch mit Europa, und deswegen versuchen sie über RT Deutsch einen Spaltpilz zu setzen im deutschsprachigen Raum und in Europa, das heisst Skeptikern Auftritt zu geben. Leute, die überhaupt nicht an das System glauben, die nicht an die Demokratie glauben, diesen Leuten will man Futter geben, indem man dort einfach Propaganda verbreitet und so ne ganz andere spezifische Sicht der Dinge, der Gesellschaft insgesamt, strategisch verbreitet. (ebd)

Besonders krude wird es wenig später:

Olaf Sundermeyer: Das ist sehr perfide, und perfide ist in diesem Sinne gut gemachte Agitation, dort herrscht eine sehr totalitäre Unternehmenskultur in diesem Sender, die ich fast sektenförmig nennen möchte, wie das zum Beispiel bei Scientologen ist, wenn man sich mit denen auseinandersetzt, oder auch bei extremen Parteien wie der rechtsextremen NPD. Das heiss man kommt dorthin, ein Team des Norddeutschen Rundfunks hat offiziell einen Beitrag gemacht über diesen Sender und wurde selbst gefilmt bei den Dreharbeiten, ganz aggressiv fast schon gefilmt und solche Dinge, die kenne ich eigentlich nur aus totalitären Zusammenhängen und das ist bei RT Deutsch definitiv Unternehmenskultur. (ebd)

Es ist völlig absurd anzunehmen, man könne solche “Erkenntnisse” anhand eines Besuchs und Interviews bei RT gewinnen. Was Sundermeyer sich da aus den Fingern saugt ist so grotesk übertrieben und fern jeder Realität, dass er sich damit selbst Lügen straft. Da Sundermeyer diesen Unsinn unmöglich bei seinem Kurzbesuch als Eindruck bekommen haben kann, ist klar, dass er diese Dinge schon vorher im Kopf hatte. Nur warum ging er dann überhaupt hin und sagt seinen Text zum Hooliganismus auf, der in diesem ganzen Kontext seltsam in den Hintergrund tritt?

Es gibt nur zwei plausible Erklärungen. Die Erste ist die Harmlosere. Danach ist Sundermeyer tatsächlich voller reaktionärer Ressentiments und ist ganz bewusst zu RT gegangen, um sich anschließend in den transatlantischen Medien wichtig zu machen. Da kann man nur sagen: Armer Tropf!

Die andere ist etwas spannender, aber aus der Natur der Sache heraus schwer zu belegen. Sundermeyers merkwürdiges Verhalten wird plötzlich dann plausibel, wenn man unterstellt, dass er nicht nur Journalist ist, sondern auch Informant von unserem Freund Maaßen. Diese Idee ist alles andere als weit hergeholt. Die Zusammenarbeit des VS mit Journalisten hat lange Tradition. Ulfkotte hat erschöpfend dargelegt, wie eng die Kooperation ist, wenn Journalisten in bestimmten Regionen der Welt unterwegs sind und transatlantische Themen beackern. Es gibt aber auch eine andere Themenwelt, die für Maaßens Dienste ganz oben auf der Agenda steht und das sind Rechtsextremisten und Hooligans und das sind die Schwerpunktthemen unseres merkwürdigen RT-Bashers Sundermeyer. Zufall? Es ist nicht lange her, da musste ein anderer “Journalist” untertauchen: Martin Thein – Fußball-Fanforscher, Buchschreiber und … Informant des VS. Hier das entsprechende Video.

Zieht man diesen Verdacht in Betracht, dann werden die grotesken Gedankengänge, die der “Journalist” Sundermeyer als logisch nachvollziehbar auftischen will, plötzlich plausibel. Dann bedeutet das nichts anderes, als das Sundermeyer politische Agitation auf der Fahrkarte des VS betreibt. Seine alberne Bitte, mit dem Handy aufzeichnen zu können, wird genauso plausibel, wie seine mantraartig wiederholten Ängste, er könne seine journalistische Reputation verlieren, wenn er zu RT ginge.

Nun kann man das natürlich nicht belegen. Es sind nur Indizien. Jeder kann sich seine eigene Meinung dazu bilden. Allerdings ergeben sie ganz plötzlich ein in sich schlüssiges Bild, zu einem zuvor mehr als widersprüchlichem Narrativ, das Sundermeyer uns mit seiner Mär vom “sektenförmigen Kreml-Propagandasender” auftischen will.

Dank an Chris für den Hinweis an den Propaganda-Melder!


Quelle und weiterlesen: http://www.propagandaschau.de

Schreibe eine Antwort

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.