Neoliberale Medien attackieren Gewerkschaften

Es gehört zur wiederkehrenden Folklore im Land, dass die ohnehin geschwächten Interessenvertretungen der Arbeitnehmer und Angestellten regelmäßig von den Medien angegriffen werden, wenn sie das tun, was ihre Aufgabe ist: angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder auszuhandeln oder wenn nötig zu erkämpfen.

Diese Attacken beginnen mit einem Knurren in den Redaktionen und steigern sich mit zunehmender Dauer eines Arbeitskampf bis zu offener Hetze gegen einzelne Personen. Angesichts eines kurzen Streiks der GdL konnte man diese Woche das Knurren der Bluthunde bereits vernehmen und es kann kein Zweifel bestehen, dass wir es bei weiteren Aktionen der Gewerkschaft erneut mit einer öffentlichen Hetzjagd zu tun bekommen werden.

Die Masche der Propaganda entspricht dabei meistens dem “Erfolgsrezept” der BILD-Zeitung: Erst wird sich beim Leser eingeschmeichelt, um sein Vertrauen zu gewinnen, danach wird er sukzessiv an der Nase dahin geführt, wo die Medienkonzerne ihn gerne haben möchten – das verinnerlichte Feindbild Gewerkschaft.

Im heute-journal am 7.10. kam das Knurren nicht nur aus dem Munde des Journalisten, sondern wurde dem Volk ins Maul gelegt – eine übliche Masche, wenn man als Journalist Dinge selbst nicht sagen kann, um nicht offen parteiisch zu erscheinen.

heute_journal_GDL

“Das sind Angestellte der Gewerkschaft, die sich da irgendwie versuchen zu profilieren – in meinen Augen.” (LINK; ab 12 min)

 

Auch im WDR-Radio wurde der Streik zum Thema gemacht. Gewohnt tendenziös und scheinbar harmlos neugierig hieß es dort:
wdr5

“Tagesgespräch – Die Bahn lahm legen Haben Sie Verständnis für den Streik?”

Warum das tendenziös ist versteht nur, wer sich mal fragt, warum es niemals in den Staatsmedien eine Sendung gäbe mit dem Titel:

“Die Arbeitnehmer ausbeuten – Haben Sie Verständnis für geringe Löhne und hohe Arbeitszeiten?”

Man könnte als Journalist genauso die Weigerung der Bahn hinterfragen, den Forderungen der Gewerkschaften entgegen zu kommen. Aber dies geschieht nicht. Der Bahnchef darf seine Position darstellen und diese wird als legitim und angemessen präsentiert.

Schamlos parteilich präsentierte sich dann am späten Dienstag Abend die Phoenix Talkrunde unter dem Titel:

“Missbrauch des Streikrechts? – Die Macht der kleinen Gewerkschaften”

phoenix_gdlAlexander Kähler diskutiert mit:
– Klaus Ernst (stellv. Fraktionsvorsitzender Die Linke)
–  Ilja Schulz (Präsident Vereinigung Cockpit)
– Ursula Weidenfeld (Wirtschaftspublizistin)
– Prof. Robert von Steinau-Steinrück (Arbeitsrechtler)

Nun ist Klaus Ernst niemand, der sich von einem einfach gestrickten Propagandisten wie Alexander Kähler für dumm verkaufen lässt, doch allein die Fragestellung und Moderation (“Funktionstüchtigkeit des Landes infrage gestellt”) zeigten eindeutig, dass es Redaktion und Moderator nicht um objektiven unparteilichen Journalismus ging, sondern um gezielte Meinungsmache gegen die Gewerkschaften.

Wie eingangs gesagt, haben wir es zu diesem Zeitpunkt noch mit einem Knurren zu tun, aber es ist jetzt schon absehbar, dass die Hetzjagd damit gerade erst begonnen hat. Die regelmäßig als “kleine Gewerkschaft” titulierte GdL hat 34.000 Mitglieder, von denen über 90% für den Streik gestimmt haben. Die Bahn weiß, dass sie sich im Arbeitskampf auf die Schützenhilfe der Neoliberalen in den Staatsmedien verlassen kann und auf die Sekundanz der Konzernpresse sowieso. Dort hetzte der Spiegel bereits:

Lokführer-Streik der GdL: Deutschlands dümmste Gewerkschaft


Quelle und weiterlesen: http://www.propagandaschau.de

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